Bericht von der IFLA-Tagung

Dank des ASpB-Stipendiums durfte ich auch 2017 wieder am Weltkongress der IFLA teilnehmen, der diesmal unter dem Motto „Bibliotheken – Solidarität – Gesellschaft“ in Wroclaw stattfand. Zusammen mit rund 160 KollegInnen aus Deutschland und mehr als 3.000 BibliothekarInnen aus aller Welt erwarteten mich spannende Konferenztage, die u.a. mit meinem Engagement als Sektionsmitglied der Social Science Libraries Section gut ausgefüllt waren.

In der Eröffnungsveranstaltung sowie in der Session „Five Days in Forty-Five Minutes“ stellte die IFLA ihre neue, äußerst ansprechend gestaltete Bibliotheksweltkarte vor. Diese enthält Informationen zu Anzahl und Typ von Bibliotheken weltweit, zu Personal, NutzerInnen, sowie zu Ausleihen und Internetanbindung. Die „Library Map of the World“ bietet zudem verschiedene Suchfunktionen; so ist es möglich, länderweise oder im Story-Tool zu recherchieren, wo Informationen zur Bibliotheksentwicklung zu finden sind. Mehr als 1,8 Mio. Bibliotheken aus bislang 78 Ländern haben bereits Daten zu der Weltkarte beigesteuert. Als zweites zentrales Projekt ist die „IFLA Global Vision“ Diskussion über zukünftige Arbeitsschwerpunkte der IFLA zu nennen. Aus den Ergebnissen wird ein Bericht entstehen, der zur President Session beim nächsten IFLA Weltkongress in Kuala Lumpur präsentiert werden wird. IFLA-Generalsekretär Gerald Leitner schaltete die Online-Umfrage in Wroclaw frei, die bis Ende September 2017 auf der IFLA-Homepage online sein wird. Anhand von fünf Fragen (u.a.: Was sind die zentralen Werte der Bibliotheken? Was sollten Bibliotheken mehr tun? Was sind die größten Herausforderungen für Bibliotheken?) können die TeilnehmerInnen ihre Überlegungen zur zukünftigen Rolle von Bibliotheken kommunizieren.

Meine persönlichen Highlights bei der IFLA 2017 waren die Teilnahme an den Treffen der Social Science Libraries Sektion, wo wir bereits am Konzept für unsere Aktivitäten 2018 in Malaysia arbeiteten und der Workshop unserer Sektion, bei dem wir uns mit dem Einsatz ethnografischer Methoden in der Bibliothek beschäftigten. Unter dem Motto “Understanding Your Library from the Inside Out: A Workshop in Library Ethnography for User Assessment” gab es eine kenntnisreiche Einführung in die ethnografiebasierte Nutzerforschung. Wie können BibliothekarInnen die Arbeits- und Lernprozesse Studierender, wie z.B. bei der Erstellung einer Seminararbeit, besser unterstützen? Welche Bedürfnisse und Erwartungen haben Studierende und BibliotheksmitarbeiterInnen? Welche Rolle spielt dabei die Gestaltung von Arbeitsbereichen in der Bibliothek und von Onlineportalen? Wir lernten, wie man entsprechende Daten sammeln und die NutzerInnen aktiv in die Erhebung einbeziehen kann. Der Workshop gab hierbei mittels eines „ethnografischen Toolkits“ ganz praktische Anregungen, wie man Nutzerforschung zur Optimierung von Bibliotheksangeboten einsetzen kann.

Ich bedanke mich für die Förderung durch die Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken, die mir die Teilnahme an der IFLA 2017 ermöglicht hat.

Heike vom Orde
Bayerischer Rundfunk (IZI), München

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