Die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung


Als politisches Vermächtnis des ersten demokratisch gewählten deutschen Reichspräsidenten wurde 1925 die Friedrich-Ebert-Stiftung gegründet. Sie ist damit die älteste der sogenannten „parteinahen“ Stiftungen in Deutschland. Ihre Bibliothek ist eine der größten Spezialbibliotheken zu Geschichte und Gegenwart der Arbeiterbewegung.

Die Bonner Bibliothek erfüllt mit ihren rund 1 Mill. Medieneinheiten zwei zentrale Aufgaben:
Sie bewahrt das „gedruckte Gedächtnis“ der Arbeiterbewegung: Protokolle, Geschäftsberichte, Statuten, programmatische Dokumente, Tageszeitungen und Broschüren von deutschen Parteien und Gewerkschaften seit den Anfängen bis heute stehen der Forschung zur Verfügung. Ergänzt wird der historische Bestand durch Sammlungen zu Nebenorganisationen – etwa der Arbeitersportbewegung oder der Arbeiterwohlfahrt.
Schon in der Vergangenheit galten diese Veröffentlichungen in klassischen Bibliotheken als „nicht sammelwürdig“. Auch heute noch fällt die „Graue Literatur“ – nicht im Buchhandel zu erwerben und oft nur aufwändig zu beschaffen – meist aus den üblichen Erwerbungsprofilen heraus. Für die Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung als früherer SSG-Bibliothek ist sie weiterhin Sammelschwerpunkt. Systematisch sammelt und erschließt sie die Publikationen deutscher Parteien und Gewerkschaften – sowohl gedruckt als auch in digitaler Form. Aus den westeuropäischen Ländern werden Veröffentlichungen des linken Spektrums aufgenommen, außerdem Schriftgut internationaler Parteien- und Gewerkschaftszusammenschlüsse (Sozialistische Internationale, Internationaler Gewerkschaftsbund). Wissenschaftliche Sekundärliteratur über die deutsche Arbeiterbewegung und die deutsche Sozialgeschichte wird möglichst vollständig erworben und ergänzt den Sammelschwerpunkt.


Gleichzeitig fungiert die Bibliothek als Dienstleister für die Kolleg_innen der Ebert-Stiftung. Mehr als 600 Mitarbeiter_innen arbeiten in den beiden Zentralen in Bonn und Berlin, in den Landes- und Regionalbüros, in zwei Bildungsstätten, im Karl-Marx-Haus in Trier sowie in rund 100 Auslandsbüros weltweit. Alle Stipendiat_innen der FES haben die Möglichkeit, die Serviceleistungen der Bibliothek zu nutzen.

Es müssen also viele Nutzer_innen an unterschiedlichen Orten mit den verschiedensten Interessenlagen bedient werden: Literaturversorgung durch Anschaffung, Fernleihe, Zeitschriftenauslage und –umläufe, Erstellung von Kopien und Digitalisaten. Über einen Zeitschrifteninhaltsdienst werden interessierten Kolleg_innen die aktuellen Inhaltsverzeichnisse von ca. 120 Zeitschriftentiteln angeboten, aus denen dann die gewünschten Aufsätze bestellt werden können – ein Dienst, der insbesondere von den Mitarbeiter_innen im Ausland gerne und viel genutzt wird. Thematisch bestimmen hier vor allem Politische Theorie, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Globalisierung und Entwicklungszusammenarbeit das Erwerbungsprofil.


Für die hauseigenen Veröffentlichungen pflegt die Bibliothek die Datenbank lieferbarer Titel und erstellt die jährliche FES-Bibliographie. Besonderen Stellenwert nimmt die Funktion als Repositorium der FES ein: Ebenso wie sämtliche gedruckten FES-Veröffentlichungen in der Bibliothek zu finden sind, werden alle E-Publikationen in der Digitalen Bibliothek gehostet, gesichert und erschlossen.

Die Bibliothek ist öffentlich zugänglich; ihre Bestände können im Lesesaal oder per Fernleihe genutzt werden: Website der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

Text: Gabriele Rose
Fotos: Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung

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