Die Bibliothek des ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry

Das ICI Berlin ist ein unabhängiges Kultur- und Forschungszentrum, das sich der Frage widmet, wie unterschiedliche Kulturen in eine produktive Spannung gebracht werden können. Dem liegt ein weit gefasster und offener Kulturbegriff zugrunde, der verschiedenen Konzeptualisierungen von Kultur gegenüber offen bleibt und Kulturen einschließt, die sich über verschiedene Identitäten, Räume und Diskurse bestimmen. Mit dem Ziel, Kulturen in diesem Sinne exemplarisch-produktiv miteinander zu konfrontieren, entwirft das ICI Berlin Leitprojekte, die für ein interdisziplinäres und internationales Team von Fellows den Ausgangspunkt und Fokus eigener Aktivitäten bildet. Seit der Eröffnung des Instituts im Herbst 2007 wird das Leitprojekt Tension/Spannung mit wechselnden Schwerpunkten bearbeitet. Im thematischen Umfeld des Leitprojekts führt das ICI Berlin auch vielfältige wissenschaftliche und kulturelle Veranstaltungen durch, die zumeist öffentlich sind. Auch mit seiner Publikationsreihe „Cultural Inquiry“ (Verlag Turia + Kant) hat es sich inzwischen einen Namen gemacht. Der Standort des Instituts in Berlin-Prenzlauer Berg wurde sorgfältig ausgewählt und die Architektur eigens entworfen mit dem Ziel, einen für verschiedene Formen der Kommunikation und des konzentrierten Nachdenkens förderlichen Raum zu schaffen.Foto: Claudia Peppel
Ein kleines Team von Mitarbeiterinnen und  Mitarbeitern betreut die Fellows und Veranstaltungen, die es auf vielen Ebenen zu unterstützen gilt: administrativ, konzeptionell, technisch und bibliothekarisch.

Das Konzept der Bibliothek ist auf die interdisziplinäre und individuelle Forschung der Fellows zugeschnitten und beherbergt auch die ICI Edition, das Archiv der ICI Veranstaltungen. Zur Unterstützung des Leitprojekts und in enger Abstimmung mit diesem beschafft sie, der Arbeitssprache am ICI Berlin folgend meist auf Englisch, ausgewählte Forschungsliteratur. Als thematische Schwerpunkte haben sich bisher Philosophie, Psychoanalyse, Gender und Queer Studies, Kultur- und Literaturwissenschaft, Kunst- und Kulturanthropologie, postkoloniale Studien und Wissenschaftsgeschichte herauskristallisiert – das Profil folgt der Entwicklung des Instituts. Eigene Aktivitäten der ICI Fellows wie etwa die Organisation von Workshops oder Tagungen unterstützt die Bibliothek ebenso, indem sie auf Wunsch die benötigten Ressourcen bereitstellt und spezifisch erschließt. Mit der ICI Edition, Videomitschnitten der ICI Veranstaltungen auf DVD, baut sie ein Archiv auch derjenigen Veranstaltungen auf, die nicht über die Webseite zugänglich gemacht werden können.

Foto: Claudia PeppelUm den individuellen Bedarf an Forschungsliteratur zu erfüllen, agiert die ICI Bibliothek als Vermittlerin der Bestände von externen Bibliotheken und Institutionen an die Einzelnutzer des ICI Berlin. Sie recherchiert und beschafft Ressourcen im Orts- oder Fernleihverkehr, gedruckt oder elektronisch. Nicht wenige Fellows reisen mit der Absicht an, sich gänzlich auf den „Inter-Library Loan Service“ der ICI Bibliothek zu verlassen! Die Bibliotheksleiterin und zwei studentische MitarbeiterInnen sind bemüht, diese Erwartungen so gut wie möglich zu erfüllen. Einmal im Jahr wird die meist ruhige Bibliothek anders bespielt als gewohnt: Dann kommen Kooperationspartner, Buchhändlerinnen und viele Personen, die das ICI Berlin und seine Bibliothek mit Interesse begleiten, zum ICI Library Event zusammen, einer Festivität, deren Programm Fellows und MitarbeiterInnen des ICI gemeinsam gestalten – als Performance, Lesung oder Filmvorführung. Am nächsten Morgen jedoch hat sich die Bar wieder in ein Zeitschriftenregal zurück verwandelt.

Text: Corinna Haas
Fotos: Claudia Peppel

 

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