Die Bibliothek des Wissenschaftskollegs zu Berlin

 

 

 

 

 

 

Im Wissenschaftskolleg zu Berlin haben international anerkannte Gelehrte, vielversprechende jüngere Wissenschaftler sowie Persönlichkeiten des geistigen Lebens die Möglichkeit, sich frei von Zwängen und Verpflichtungen für ein Akademisches Jahr (Oktober – Juli) auf selbstgewählte Arbeitsvorhaben zu konzentrieren. Die rund 40 Fellows bilden eine Lerngemeinschaft auf Zeit, die durch Fächervielfalt, Internationalität und Interkulturalität gekennzeichnet ist. Die Institution sorgt für optimale Bedingungen, damit die Fellows sich ganz ihrer intellektuellen Aufgabe widmen und dabei von dem Anregungs- und Kritikpotential einer herausragenden Gelehrtengemeinschaft profitieren können. Seit der Gründung des Wissenschaftskollegs im Jahr 1980 hat sich ein Konzept bewährt, das nicht auf einer Erweiterung des eigenen Bestands, sondern auf einer engen Kooperation mit anderen Bibliotheken basiert, indem die Bibliothek als Vermittler zwischen Einzelnutzer und Bibliotheken agiert und Bedarfsanfragen durch Ausleihe aus den umliegenden Berliner Bibliotheken, per Dokumentlieferdienst, Fernleihe etc. sowie zunehmend durch digital verfügbare Volltexte schnell und passgenau zu erfüllen versucht.

Während ihres zehnmonatigen Aufenthalts am Kolleg sind die Wissenschaftler zwar weiterhin mit Ihrer Heimatinstitution verbunden, müssen jedoch auf die dort gewohnten Infrastrukturen, z.B. auf wissenschaftliche Hilfskräfte, verzichten und sind darauf bedacht, die zur Verfügung stehende Zeit so konzentriert wie möglich ihrer Forschung bzw. dem Austausch mit den jeweiligen Co-Fellows zu widmen. Dem Anspruch einer effektiven Dienstleistung für die Wissenschaft folgend, erfüllen die MitarbeiterInnen der Bibliothek daher umfassende Aufgaben eines „Research Assistants“, führen neben bibliographischen auch thematische Recherchen durch und leisten Hilfe zu Selbsthilfe was Umgang und Nutzung elektronischer Ressourcen angeht. Die Aufgabe der Bibliothek ist es dabei, die Konzentration auf den Forschungsgegenstand zu unterstützen, indem jeglicher Informationsbeschaffungs- oder -verwaltungsaufwand soweit wie möglich von den Wissenschaftlern fern gehalten wird. Der Bibliotheksservice passt sich an die jährlich wechselnde Forschergruppe mit unterschiedliche Arbeitsweisen und Forschungsstrukturen von Natur- und Geisteswissenschaftlern mit unterschiedlichem kulturellen und wissenschaftlichen Background an – dies verlangt und bedeutet eine große Flexibilität und Sensibilität hinsichtlich der jeweils bevorzugten Kommunikationswege (mündlich, schriftlich, digital oder analog) und Medienarten (digital oder gedruckt).

Alle BibliothekarInnen leisten einen aktiven Beitrag zur Umsetzung der Kollegs-philosophie, die Wissenschaftler zu einer bewussten „Irritation“ der gewohnten Denkansätze anzuleiten. Sie stehen in intensivem Austausch mit ihren Nutzern, erfragen Forschungsschwerpunkte und Bedarfe, um neben der Erfüllung konkreter Anfragen eigenständige Angebote machen zu können und so neue Bedarfsanfragen entstehen zu lassen. Indem die Bibliotheksleiterin aktiv am wissenschaftlichen Leben des Kollegs teilnimmt, fungiert sie als Kommunikationsschnittstelle zwischen der Bibliothek und den Wissenschaftlern einerseits sowie zwischen der Bibliothek und ihren Kooperationspartnern andererseits.

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